In Zukunft bunt und artenreich

Hier erhalten Sie Informaitonen über die Artenvielfalt der Pflanzen in Göfis.

Projektwiese bei der Volksschule Kirchdorf
Eine blühende Landschaft bietet Lebensgrundlagen für Tier und Mensch. Blüten besuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Fliegen, Wespen, Schmetterlinge und Käfer u.a. haben eine entscheidende Funktion im Ökosystem. Sie bestäuben auf ihrer Nahrungssuche die  Pflanzen.

Die Lebensbedingungen der Blüten bestäubenden Insekten haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Überdeutlich zu sehen bei den hohen Bienenverlusten. Die Verknappung der Nahrungsgrundlage der Bienen, also der Rückgang von Nektar und Pollen spendenden Pflanzen ist eine entscheidende Ursache.

Die Gemeinden sind oft Eigentümer von Grünflächen, welche meist mit dem herkömmlichen Pflegeaufwand betreut werden.  D.H. mähen bevor es hoch wird.

Die Vorarlberger Landesstelle für Umwelt startete im April 2013 ein Vernetzungsprojekt. Ziel dieses Projektes ist es, den Gemeinden Wissen über heimische Wildblumen und das Anlegen von Grünflächen zu vermitteln und eine Begleitung dazu anzubieten, um wieder blühende Flächen zu erhalten.

Die Gemeinde Göfis hat sich diesem Projekt angeschlossen. Mit der Wiese vor der Volksschule Kirchdorf wird eine Projektfläche zur Verfügung gestellt. Die Wiese soll im ersten Jahr wachsen dürfen, es wird erst Anfang Juli das erste Mal gemäht.  Im Mai findet eine Pflanzenbestimmung statt. Somit erhalten wir Aufschluss über die hier angesiedelten Pflanzen.

Um vielen heimischen Pflanzen und Insekten einen Lebensraum bieten zu können, braucht es eine Artenvielfalt. Möglichkeiten dazu bieten Mähgutausbringungen, eine Heublumenaussaat oder eine Ansaat von heimischen Wildblumen in vorbereiteten Untergrund.

Im folgenden Jahr werden diese Möglichkeiten diskutiert und umgesetzt. Das Saatgut kann von Göfner Magerwiesen gewonnen werden, was wiederum einen interessanten ökologischen Regelkreis beinhaltet.

Mit dieser Projektwiese möchte die Gemeinde Göfis einen Beitrag zu einem zukunftsorienteierten und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt leisten.


Fotos Mai 2013

…in Zukunft bunt und artenreich – So nennt sich ein Vernetzungsprojekt der Abteilung Umweltschutz des Landes Vorarlberg.

Ein Projekt, bei dem Gemeinden ihr Wissen um die Gestaltung und Pflege von naturnahen Straßenrändern und Blumenwiesen erweitern können und über drei Jahre bei der Anlage und Pflege begleitet werden.  Fachkundiges Wissen und Begleitung stellen das österreichische Ökologie- Institut und Dr Reinhard Witt zur Verfügung.

Durch die Verwendung von heimischen Pflanzen und Schaffung von mageren Standorten, kann auch im Siedlungsraum ein aktiver Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren und  für unsere Lebensqualität geleistet werden.

Am 26.4.13 trafen sich interessierte BürgerInnen aus 18 Gemeinden in Rankweil.  Frau Mag. Christiane Machold/ Umweltstelle Land Vlg , Frau Katrin Lönig/österr.Ökologie- Institut  und DR Reinhart Witt Landschaftsplaner führten durch den Workshop.

Vormittags wurden theoretische Grundlagen vermittelt und die Gemeinden stellten ihre Projekte vor, nachmittags schauten wir die schon angelegten Wildblumenwiesen und Straßenbegrünungen in Rankweil an.

Frau Margareta Baldessari und Herr Bertram Sonderegger  nahmen für Göfis an diesem Startworkshop teil. Herr Andrej Plibersek wird dieses Projekt mitbegleiten.

Mit der Wiese vor der VS Kirchdorf stellten wir unser Projekt vor
Erreichen wollen wir, dass diese Wiese eine Magerwiese  wird ,mit einer großen Anzahl an verschiedenen Wildblumen.

Um die Pflanzenvielfalt zu erfassen, werden wir im Juli das erste Mal mähen. In Zusammenarbeit mit Frau Claudia Bell erheben wir  im Mai den Pflanzenbestand. Eine Aufzeichnung gibt uns Aufschluss welche Pflanzen sich schon angesiedelt haben und welche heimischen Wildblumen sich noch ausbringen ließen.

Eine Möglichkeit die Artenvielfalt einer heimischen Magerwiesen zu erreichen, ist eine Mähgutübertragung oder eine Einsaat mit Heublumen.

Da es in Göfis noch einige Magerwiesen wie zB in Pfitz bei dem Hügel „Gritscha“, gibt - hier erhielt Herr Karl Mathis sogar eine Auszeichnung für seine Bewirtschaftung,  können wir dort Saatgut gewinnen und auf unserer Projektwiese einbringen.

Eine monatliche Begehung , laufende Dokumentation und  Erfahrungsaustausch mit BürgerInnen, werden sicherlich noch einige Ideen zutage bringen und die Wiese zur wirklichen Projektwiese erheben.

Eine Wildblumenwiese soll zum Verweilen, lernen  und schauen einladen, sie bietet Lebensraum für Tiere und seltene heimische Pflanzen. Sie braucht keine Düngung  und keinen Herbizideinsatz .

Margareta Baldessari

Am 28. 5. 2013 trafen sich Claudia Bell und Margareta Baldessari  zur Pflanzenbestimmug auf der Projektwiese VS Kirchdorf.

Wie vorbestellt wärmte uns die Sonne bei unserer Arbeit.  Bienen und Insekten gesellten sich zu uns und holten sich Nahrung von den Blumen.

Wir teilten die Wiese in 4 Bereiche ein;  Mitte, Wegrand, Rand zur Schule, Böschung zum Eingang Turnhalle. Auf unterschiedlichem Unterboden wachsen unterschiedliche Pflanzen. So konnten wir an den trockenen Stellen zur Hauswand hin  z.B Feldthymian ausfindig machen. Hingegen an nassen verdichteten Stellen wie es in der Mitte der Wiese vorkommt, finden sich verschiedene Sumpfgräser, kriechender Hahnenfuß und kriechender Günsel. An der Böschung zur Turnhalle hin, die vermutlich südseitig mehr Sonne erhält, zeigen sich Blumen wie die wilde Malve und die Witwenblume.

Die gelben Blumen die im Moment das gesamte Bild prägen, nennen sich gewöhnliches Ferkelkraut, nicht zu verwechseln mit dem Jakobs-Greiskraut welches immer wieder in den Medien auftaucht bezüglich seiner Unverträglichkeit bei Pferden und Kühen.

In den nächsten Wochen ist eine blaue Blütenpracht zu erwarten, da sich  die  Braunelle auf der Wiese befindet.

Obwohl wir über 40 verschiedene Wildblumen bestimmen konnten, werden wir Anfang Juli nochmals eine Pflanzenbestimmung durchführen, weil wir auf Grund  von jungen Pflanzenständen nicht alle Pflanzen erkennen konnten.

Um der Weise die Artenvielfalt einer Magerwiese zurückzugeben, planen wir im nächsten Jahr eine Einsaat mit Heublumen von einer  wechselfeuchten Magerwiese am „Gritschabühel“.

Herr Karl Mathis, bewirtschaftet diese Wiese schon einige Jahre. Er erhielt 2003 einen Preis bei den Wiesenmeisterschaften.

Karl wird uns dankenswerter Weise von dort Heublumen zur Verfügung stellen, wir werden sie einsäen und beobachten ob sie sich ansiedeln wollen /Können.

Mit der Gestaltung und Erhaltung unserer Wiesen, schaffen wir nicht nur vielen Tieren Nahrungs,-und Lebensraum, wir geben unseren heimischen Pflanzen wieder die Wertschätzung zurück  die ihnen zusteht.

Margareta Baldessari

Liste der Wildblumen Pflanzenbestimmung

Am 28.05.2013 wurden folgende Wildblumen auf der VS Kirchdorf Wiese bestimmt von Frau Claudia Bell und Frau Margareta Baldessari.

Wir wählten 4 verschiedene Standorte aus.
Mitte der Wiese, Wiesenrand zur Straße, Wiesenrand zur Schule, Wiesenrand zum Eingang Turnhalle 

Gewöhnlicher Hornklee                         Lotus corniculatus

Wiesen Rotklee                                       Trifolium pratense

Kleiner Klee od

Fadenklee                                                 Trifolium dubium

Kriechender weißer Klee                        Trifolium repens

Hopfenklee                                               Medicago lupulina

Löwenzahn                                               Taraxacum officinalis

Wilde Möhre                                            Carota dautica

Frühlings Fingerkraut                              Potentilla verna

Gewöhnliches  Ferkelkraut                    Hypochoeris radicata

Gänseblümchen                                       Bellis perennis

Kriechender Hahnenfuß                         Ranunkulus repens

Wiesen Schafgarbe                                  Achillea millefolium

Kriechender Günsel                                 Ajuga reptans

Platterbsen Wicke                                    Lathyrus protensis

Gundelrebe                                               Glecoma hederacea

Geflecktes Knabenkraut                         Dactylorhiza maculata                     2 Stück !

Brombeere                                                Rubus caesius

Gewöhnliches Labkraut                          Galium mollugo

Eisenkraut                                                 Verbena officinalis

Wiesen Witwenblume                             Knautia arvensis

Spitzwegerich                                            Plantago lanceolata

Sauerampfer                                              Rumex acetosa

Gewöhnliche Zaunwinde                         Calystegia sepium

Ackerwinde                                                Convolvulus arvensis

Hain Ampfer                                              Rumex sanguineus

Gamander Ehrenpreis                             Veronica chamaedrys

Kleiner Wiesenknopf                               Sanguisorba minor

Wiesen Frauenmantel                             Alchemilla vulgaris

Kanadisches Berufskraut                         Conyza canadensis

Schlüsselblume                                         Primula veris

Schmalblätterige Wicke                          Vica angustifolia

Kleines Habichtskraut                              Hiracium pilosella

Wiesen Margarite                                     Leucanthemum vulgare

Gemeine Nachtkerze                               Oenothera media

Sternmiere                                                 Pelaria media

Braunelle                                                    Prunella vulgaris

Wilde Malve                                               Malva sylvestris

Scharbockskraut                                        Ranunkulus ficaria

Kleinblütiges Franzosenkraut                 Galinsoga parviflora

Feld Thymian                                             Thymus pulegioides          

Heublumengewinnung

Am 26. Juli 2013 nachmittags, bei außerordentlichen Temperaturen von 32°, trafen sich 6 Leute um mit Landwirt Karl Mathies auf Morscher`s Bühel Heublumen zu gewinnen.

Das Heu wurde über Planen und Tücher in die Heuhütte eingebracht, die  abgefallenen Samen aufgefangen und in Papiersäcke gefüllt.

Nach Einbringung der letzten Fuhre, ließen sich die Helfer ein kühles  Bier munden und erfreuten sich, staubig und verschwitzt an der erledigten Arbeit.

Danke an alle die mitgeholfen haben und besonders an Karl Mathies der diese Wiese schon mehrere Jahre sorgsam bewirtschaftet und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt auf einer Magerwiese leistet.

Diese Heublumen stehen nun für verschieden Projekte in der Gemeinde zur Verfügung.

Heuaktion

Streifenansaat auf der VS Wiese Kirchdorf

Streifenansaat auf der VS Wiese Kirchdorf  nach der Burri- Methode
Ende Januar wird ein Streifen auf der Wiese mittels Bodenfräse aufgebrochen um die bestehende Grasnarbe zu vernichten.

Im Frühling, nachdem die ersten aufkeimenden Pflanzen sichtbar sind, wird erneut gefräst. Diesen Vorgang wiederholen wir nach 2 Wochen erneut.

Am Freitag den 4.4.2014 ist es dann soweit, es kann angesät werden.

Die dazu gewonnenen Heublumen von „Morscherer`s Bühel“ werden ausgebracht und  mit einer Handwalze gut eingearbeitet.

Einen besonderen Dank, möchte ich Herrn Jakob Ammann aussprechen, er übernahm unentgeltlich das Bearbeiten des Streifens mit der Fräse.
Schauplatz Obst u. Garten – Margareta Baldessari

Die Arbeitsgruppe „Schauplatz Obst u. Garten“, wird sich in Zukunft um weitere Wildblumen-Einsaatmöglichkeiten auf gemeindeeigenen Flächen bemühen.

Die an die Wiese angrenzenden Rabatten, welche als Unterbrechung der Parkplätze dienen, eignen sich bestens dafür.

Der bestehende Untergrund wird in Zusammenarbeit mit dem Gemeinde Bauhof vorbereitet. Im Laufe der nächsten Wochen können die unterschiedliche Saatgutmischungen wie „Verkehrsinselmischung,   Pflaster und Schotterrasenmischung, extensive Dachbegrünung und eine salzverträgliche Bankettmischung ausgebracht werden.

Die unterschiedlichen Mischungen, erlauben uns die Beobachtung und die Auswertung der verschiedenen Pflanzen.
Schauplatz Obst u. Garten – Margareta Baldesari 

Streifenansaat

Projektwiese VS Kirchdorf

Am Montag den 26. Mai 2014 trafen sich in Göfis die Projektgruppe „bunt und artenreich“ unter der Leitung von Katrin Löning und Reinhard Witt. Nach der gelungenen Präsentation im bugo, gings`zu möglichen Plätzen im Ortskern, welche sich für eine Wildblumeinansaat eignen würden.

Unsere Projektwiese VS Kirchdorf, wurde begutachtet und ebenso die Streifenansaat  auf dem hinteren Teil der Wiese. Die ersten aufkeimenden Pflänzchen konnten bestimmt werden.

Reinhart Witt empfahl ein nochmaliges Ansäen und ein Ausjäten.

Schon am nächsten Tag nahmen Bertram und ich eine erneute Einsaat vor, die Samen stammten ebenfalls von Morscher`s Bühel.

Mitte Juni, nach einigen Regentagen, jätete ich auf der Streifenansaat. Melde, Ampfer und Löwenzahn übernahmen das Feld. Um den Blumen ein Durchkommen zu ermöglichen, müssen eben stark wuchernde Pflanzen heraus geholt werden.

Beim näheren Betrachten fand ich, zu meiner Freude, die erste Blume. Klein und bescheiden hat sich eine Wiesenflockenblume ihren Weg gebahnt. Gut Ding braucht eben Weile.

Schauplatz Obst und Garten – Margareta Baldessari

Projektwiese VS Kirchdorf Parkplatzrabatten

Im Zuge des Projektes „bunt und artenreich“, beschloss  Die Gruppe Schauplatz Obst und Garten, die 5 Parkplatzrabatten mit Wildblumen einzusäen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme im Mai 2014 ,  starteten wir mit jäten.  Im Juni übernahm der  Bauhof Göfis, unter der Leitung von Andre Plibersek,  weitere Arbeiten, wie einbringen von Schotter und Erde, wie auch das fachkundige Einsäen des Saatgutes.

Die Rabatten wurden mit folgenden Mischungen eingesät.

  • Verkehrsinselmischung
  • Pflaster-und Schotterrasen
  • Blumenwiese
  • Mager und Sandrasen
  • Rabatte: Dachbegrünung-Extensiv


Zudem setzten wir Solitärpflanzen, die wir eigens dafür aussuchten.

Im Mai 2015  begutachteten wir die Rabatten. Wir konnten zarte Pflänzchen, wie Kartäusernelke, Wiesensalbei und Wiesenknopf schon gut erkennen. Dann wurde gejätet.

Da die Rabatten auch teilweise mit den Autos befahren werden, und dadurch ein stark verdichteter Boden vorliegt, lockerten wir den Untergrund und brachten nochmals Saatgut ein.

Geplant ist eine Beschilderung der jeweiligen Rabatten.

Schauplatz Obst und Garten – Margareta und Helmut 

Fotos Januar 2008

Abschlussfest beim Wildbienenprojekt

Die Gemeinde Göfis und 17 weitere Vorarlberger Gemeinden schufen auf öffentlichen Flächen Lebensräume für Wildbienen und sammelten dabei Wissen rund um die Entwicklung von langjährigen Blumenwiesen. Über 20.000m² insektenfreundliche Biotope wurden dabei neu angelegt bzw. entwickelt. Der Abschluss des Projektes wurde nun im Landhaus mit LR Johannes Rauch, Bürgermeistern und den Grünflächenpflegteams aus den Gemeinden gefeiert.

Gemeinsam Wissen aufbauen
Drei Jahre lang haben Vorarlberger Gemeinden und ihre Mitarbeiter Wissen rund um Blumenwiesen und Wildbienenlebensräume gesammelt und dabei Straßenbegleitflächen, Kreisverkehre oder auch ganze Plätze naturnah gestaltet. Gemeinsam mit der Umwelt- und Klimaschutzabteilung des Landes, ExpertInnen aus der Praxis, dem Österreichischen Ökologie-Institut und dem Naturgartenexperten Dr. Reinhard Witt konnte dadurch die Biodiversität im öffentlichen Raum nachweislich gesteigert werden.

Artenreichtum am Straßenrand
Wildbienenexperte Timo Kopf hat beim begleitenden Monitoring in der Marktgemeinde Rankweil 93 verschiedene Wildbienenarten bestimmen können, darunter fünf Landesneufunde. „Die Wildblumenmischungen dürften besonders den Nahrungsspezialisten, die spezielle Pflanzen zum Überleben brauchen, entgegen kommen“, so Kopf am Festakt. Aber auch zahlreiche nistende Arten konnten nachgewiesen werden. Kopf beendete seinen spannenden Vortrag mit zahlreichen Tipps zur qualitativen Aufwertung von öffentlichen Grünflächen.

Vorzeigeprojekt über die Grenzen bekannt
„Ich kenne kein anderes Land, dass sich solch ein Vorzeigeprojekt leistet“, gratuliert Naturgartenexperte Dr. Reinhard Witt der Vorarlberger Landesregierung. Das Projekt wurde inzwischen auch in Süddeutschland übernommen und bewegt Liechtensteiner Gemeinden zum Mitmachen. Auch kleine Flächen können wichtige Trittsteine für so manchen Falter sein und zusammen genommen bilden sie ein Biotopnetz in den Siedlungen und über die Grenzen hinweg, ist Witt überzeugt.

Nachahmung in Privatgärten gewünscht
In vielen Gemeinden Mitteleuropas haben sich in den vergangen Jahrzehnten Einheitsrasen mit typischen genormten Rasengräserarten etabliert, die regelmäßig gemäht werden müssen. Gerätschaften, Arbeitsroutinen aber auch der Saatgut-Handel sind darauf eingestellt, so dass eine naturnahe Gestaltung in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung darstellt. „Hier sind das Land und die Gemeinden gefordert, Verantwortung für die Biodiversität im Siedlungsraum zu übernehmen und als Vorbild zur Nachahmung in den Privatgärten herausgefordert“, betont Landesrat Rauch und bedankt sich bei allen Beteiligten, die hier aktiv einen Umdenkprozess eingeleitet haben.

Begeisterte Teams, Neugier und Informationen für die Bevölkerung sind die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung in den Gemeinden, stellt der Rankweiler  Bürgermeister Summer in einer abschließenden Gesprächsrunde fest. Ohne das Engagement der Bauhofmitarbeitenden oder Gemeindegärtner sei eine Ökologisierung der Siedlungsräume kaum voranzutreiben. Zudem brauche es ein enges Zusammenspiel zwischen Politik, Amt und Grünraumpflegenden. Wichtig sei aber auch die Information der Bevölkerung. „Am Anfang haben sich alle über den kiesigen Platz gewundert oder gar beschwert“, so Ludwig Hensler aus Götzis, inzwischen hat der Kreisverkehr mit dem Insektenhotel des SPZ zahlreiche Fans.

Schätze schätzen lernen
Auch das konnte man in dem Projekt lernen, denn es wurden nicht nur Flächen gänzlich neu angelegt, sondern auch bestehende Wiesen und Rasen durch Pflegeänderungen oder Mahdgutübertragungen zu Blumenwiesen entwickelt, sowie auf der Wiese der Göfner Volksschule.

Vernetzung und Begleitung von Gemeinden
„Natürlich bunt und artenreich“ startet als Folgeprojekt im Herbst, verriet am Ende der Veranstaltung Naturvielfalt-Programmleiterin Mag. Christiane Machold von der Umwelt- und Klimaschutzabteiteilung. Der Bedarf an Vernetzung und Begleitung in den Gemeinden ist nach wie vor hoch, die Pflanze der ökologischen Siedlungsentwicklung noch zart.

Musikalisch wurde der Vormittag von der Combo der Musikmittelschule Bregenz schwungvoll begleitet. Und nach einem gemeinsamen Mittagsbuffet begeisterte Eugen Sturmlechner, Stadtgärtner in Bregenz, und Reinhard Witt mit einem Spaziergang zum naturnah gestalteten Schulhof der Volksschule Augasse. Text: Katrin Löning, ööi