Besser vorsorgen als nachsorgen

Unter dem Titel „Besser vorsorgen als nachsorgen – Chancen und Möglichkeiten Früher Hilfen“ fanden am 1. und 2. März in Feldkirch ein Vortrag und ein Workshop für Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialbereich statt. Ziel der Veranstaltung von Netzwerk Familie war eine Sensibilisierung von Fachleuten für das Thema Frühe Hilfen sowie die Förderung der Vernetzung zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen. Nur eine Vernetzung, die alle Ressourcen optimal nutzt, kann den Schutz und die Hilfe für Familien dauerhaft verbessern.
Im Mittelpunkt des Vortrages von Prof. Dr. med. Manfred Cierpka vom Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie am Universitätsklinikum Heidelberg stand die Frage, welche psychischen und sozialen Faktoren sich bei Säuglingen und Kindern besonders ungünstig auf die weitere Entwicklung auswirken und wie man seelischen Entwicklungsstörungen bereits rund um die Geburt eines Kindes wirksam vorbeugen kann.
Familien bzw. alleinstehende Mütter und Väter sind häufig mit verschiedenen Belastungen konfrontiert, die zu Überforderung und damit zu einer Beeinträchtigung der Entwicklungsbedingungen des Kindes führen kann. So können ungünstige Verhältnisse und fehlende emotionale Zuwendung sich nicht nur nachteilig auf die körperliche, geistige und soziale Entwicklung, sondern auch auf die gesellschaftliche Entwicklung und Bildungsmöglichkeiten von Kindern auswirken.
Um eine stark belastete Familie zu erreichen und sie zu fördern, sind drei Schritte notwendig: die Risikokonstellation identifizieren, einen Zugang zur Familie herstellen und eine angemessene Intervention zu vermitteln. Gleichzeitig spielt für die Früherkennung von belasteten Familien die Sensibilisierung von Fachpersonal im Gesundheitsbereich eine entscheidende Rolle. Neben dem Ausbau und der Stärkung der Früherkennung im Rahmen der Frühen Hilfen braucht es für Familien mit den unterschiedlichsten Belastungs- und Risikofaktoren eine breite Palette an Hilfs- und Unterstützungsangeboten. Wichtig dabei ist, dass Familien passgenaue und bedarfsgerechte Hilfe erhalten.
Der Aufbau und die Förderung Früher Hilfen für belastete Kinder und ihre Eltern haben in Vorarlberg einen wichtigen Stellenwert. Das Engagement im Bereich der Frühen Hilfen wird vom Land Vorarlberg unterstützt und durch zahlreiche Maßnahmen und Initiativen umgesetzt.
Netzwerk Familie ist ein Angebot des Vorarlberger Kinderdorfs, der aks Gesundheitsvorsorge sowie der Vorarlberger Kinder- und Jugendärzte, das belastete Familien unterstützt, indem Unterstützungsangebote in den bereits bestehenden Hilfestrukturen vermittelt werden und eine längerfristige Begleitung angeboten wird. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit von Netzwerk Familie bilden Familien mit hohen psychosozialen Belastungen (Armut, Arbeitslosigkeit, fehlende soziale Netze, psychische Erkrankung der Eltern, Migrationshintergrund, etc.) sowie Familien mit Kindern mit erhöhten Fürsorgeanforderungen (Frühgeburten, Mehrlingsgeburten, chronisch kranke Kinder etc.).
Kontakt:
NETZWERK FAMILIE
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Göfis, am 04.03.2011


