Gemeinde Göfis - bugo

Suffragette – Taten statt Worte

Suffragette – Taten statt Worte

Das katholischen Bildungswerk und die bugo Bücherei Göfis zeigten den Film Suffragetten, der das Leben der Frauenrechtlerinnen in London im Jahr 1912 beschreibt.

Eindringlich, beängstigend und berührend war der Film über die Frauen, die alltäglich von Kindesbeinen an Schwerarbeit leisteten. Keine Schutzvorkehrungen wurden in den Fabriken getroffen, Frauen waren billige Arbeitskräfte, ihr Tod wurde in Kauf genommen. Die Wäscherinnen waren der Gefahr der Verbrühung durch heißes Wasser und Verätzungen durch giftige Dämpfe ausgesetzt. Frauen wurden oft krank und starben jung. Darüber hinaus waren Frauen der Willkür der Männer ausgeliefert, Missbrauch und Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Wenn sich die Frauen nicht anpassten, den Männern nicht unterordneten, wurden sie vom Arbeitsplatz entlassen, aus der ehelichen Wohnung geworfen, der Kontakt zu ihren Kindern wurde ihnen verwehrt.

Der Ruf der Frauen nach Selbstbestimmung und Wahlrecht wurde ins Lächerliche gezogen, sie wurden verachtet, geächtet. Gewalt durch Polizei, Wirtschaftsmacht und Politik sollten die Frauen gefügig machen. Ihnen sollte der Platz genügen, der ihnen von den Männern zugewiesen wurde. Die Frauen fanden kein Gehör bei den politischen Mandataren und kein Recht vor dem Gesetz. So rief die Führerin der Frauenrechtlerinnen zu zivilem Ungehorsam auf. Die Frauen sprachen nun eine Sprache, die die Männer verstanden. Sie zerstörten Eigentum, führten kriegerische, terroristische Handlungen aus. Sogar Gefängnis und Tod nahmen die Frauen in Kauf, um ihren Leidensgenossinnen und Nachkommen bessere Lebensbedingungen zu verschaffen. Dies gelang, so zeigte der Film, nach jahrelangem Kampf und großen Opfern.

Evelyn Pfanner, Frauensprecherin der Gemeinde Göfis, führte durch den Abend und brachte zusammen mit anderen Teilnehmerinnen viele Daten über die Einführung des Frauenwahlrechts in verschiedenen Ländern, Informationen und Gedanken in die Diskussionsrunde ein.

Die anwesenden Frauen stellten unter anderem folgendes fest:

• Die Lebensbedingungen der Frauen schauen heute vielerorts noch immer schlecht aus. Auch heute noch kämpfen Frauen um Selbstbestimmung, um gute Ausbildungsmöglichkeiten, um gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gerechte und gute Lebensbedingungen.

• Wenn es uns Frauen in Österreich im Vergleich zu Frauen in anderen Ländern sehr gut geht, dürfen wir dankbar sein. Wir haben dies jedoch in erster Linie den Frauen zu verdanken, die viele Rechte bereits vor hundert Jahren eingefordert haben. Bis heute haben Frauen unzählige Hindernisse überwunden und dafür auch viele Kränkungen und Anschläge ausgehalten und Opfer bringen müssen. In Österreich, in Europa und überall in der Welt wurde für das Frauenwahlrecht gekämpft.

• Wir dürfen uns nun nicht zurücklehnen und meinen, es sei nichts mehr zu tun. Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen mit ungerechtem Lohn, mit schlechteren Arbeits- und Lebensbedingungen abgespeist werden.

• Wir dürfen Recht und Gesetz und die Bestimmung über die Geschicke der Welt nicht nur den Männern überlassen. Frauen bilden die Hälfte der Weltbevölkerung, besitzen aber nicht einmal ein Zehntel des Vermögens.

• Damit die Frauen ihre Rechte, gemeinsame Werte und Ziele durchsetzen können, sollen sie solidarisch sein und Frauenbündnisse bilden. Frauen sollen keine zu großen Maßstäbe und Anforderungen an sich oder andere Frauen stellen. Denn Frauen sind klug, haben Weitblick und Einsicht in den Lebensalltag und haben in allen Bereichen etwas zu sagen. Sie können und sollen überall mitdenken, mitreden, mitarbeiten und entscheiden.

• Bei Wahlen sollen die Vorzugsstimmen den Frauen gegeben werden, denn sie sollen ja nicht nur mitarbeiten sondern auch mitbestimmen können. Dazu brauchen sie bessere Listenplätze an wählbarer Stelle. Nur wenn Frauen mitentscheiden können und die Sicht und Arbeit der Frauen auch gewürdigt wird, sind Veränderungen im Sinne einer friedlichen Weltfamilie möglich.

• Aufruf: Frauen habt keine Angst davor, als Quotenfrau zu gelten! Auch die Quotenfrau kann gut arbeiten und sich bewähren. Frauen bildet Seilschaften, Freundeskreise – ein Kreis von Gleichgesinnten und Wohlmeinenden stärkt ungemein. Das kommt dann in guter Arbeit für Frauen und Männer, eben allen zu Gute!

Maria Moritsch

 


Göfis, am 03.05.2017

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