Absage - Überall Brücken und Stege - Lesung mit Elisabeth Amann

bugo Bücherei Göfis

Mai
27

27. Mai 2020
20:00 Uhr

Veranstalter
bugo Bücherei Göfis

Ort
bugo Bücherei Göfis

Überall Brücken und Stege

Lesung mit Elisabeth Amann

am Mittwoch, dem 27. Mai 2019, um 20.00 Uhr in der bugo Bücherei Göfis

Mit ihrem schicksalshaft gewählten Leben und einer daraus gewachsenen Philosophie zeigt Elisabeth Amann auf, wie mit Mut und Selbsterkenntnis für sie selbst, aber auch für manche Mitmenschen in der sie umgebenden Umwelt neue Fenster und Türen geöffnet werden könnten.  

Elisabeth Amann

1936 in Flachau im Pongau im Land Salzburg geboren, kam 1955 nach Vorarlberg, hat 1957 geheiratet, sechs Kinder und ist seit 1982 verwitwet, Tätigkeiten in verschiedenen sozialen Berufen.

Elisabeth Amman begann Anfang der Siebzigerjahre zu schreiben und bezeichnet sich als Autodidaktin. 

 

Werkübersicht 

Dieses bisschen Glück …

Stationen einer rastlosen Kindheit und Jugend, 1941-1955

Elisabeth Amann erinnert sich. Dabei driftet sie nicht in die Postkartenlandschaften des bäuer­lichen Lebens ab. Sie entzaubert sie und zeigt sie als das, was sie sind, der alltägliche Kampf des Einzelnen ums Überleben in emotionaler und auch wirtschaftlicher Hinsicht. Dieses bisschen Glück …“ ist ein rundum gelungenes Erinnerungsbuch, das Ein- und Ausblicke auf den Alltag der Menschen der Nachkriegszeit bietet. Und es ist ein Abenteuer. Abenteuer sind keine Sonntagsspaziergänge. Aber genau das macht sie ja aus. 

Frühere Hände

Der Roman „Frühere Hände“ erzählt in dichten, eindringlichen Worten vom Leben eines alkoholkranken Mannes und seiner Familie. In diesem Roman geht es um Sucht, Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit. Den Anlass dieses Buch zu schreiben, bildete die Frage: „An welchem Punkt entscheidet sich bei einem Menschen, ob er das Leben bewältigt oder nicht?“ Die Autorin setzt mit diesem Roman weder einen Racheakt, noch möchte sie verurteilen. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung der Gesellschaft. Überdies verarbeitet Elisabeth Amann ihre Lebensgeschichte und macht zugleich auf sich und ihre Form der Lebensbewältigung aufmerksam. 

Mandala

Die Bilder, die Elisabeth Amann im Kopf entstehen lässt sind ungewöhnlich, laden zum Meditieren, zum lange darüber Sinnieren ein.

Das Leben in der Natur, Erde, Steine, der Fluss haben eine große Bedeutung in ihrem Leben. Nicht die Familie, helfen ihr über die Hindernisse hinweg, sondern umgekehrt. Die Natur gibt ihr die Kraft, um die Unbill des Lebens zu ertragen – mit Würde und Anmut. Am Ende findet sie aber doch einen Menschen, der ihr zur Seite steht und sie begleitet. Gemeinsam versuchen sie, ihre Mitte zu finden, das Mandala zu vollenden. 

 

Überall Brücken und Stege von Elisabeth Amann 

Dies Buch über die Weisheit des Alters kommt auf erstaunlich leichten Füßen daher. In kurzen Skizzen und pointierten Szenen bekommen wir nicht nur Einblick geboten, wie die Autorin ihr alltägliches Leben mit achtzig als alleinstehende Frau bewältigt, sondern dürfen auch an der Entstehungs- und Erfolgsgeschichte ihrer großen Bücher „Frühere Hände“ und „Dieses bisschen Glück“ teilnehmen, die sie sich unter Qualen abgerungen hat und die ihr gleichzeitig Erleichterung und Befreiung verschafft haben. Das Gewicht eines Lebens voll Schmerz und Leid und reich an Freude und Erfüllung belastet Elisabeth Amann nicht mehr. Ihre Kraft, immer wieder einen Anfang zu wagen, und die Freude über die Begegnungen, die das Leben ihr schenkt, widerstehen jeder aufkommenden Resignation und Verzweiflung. Aus Dankbarkeit für die hellen und dunklen Seiten ihrer Lebensgeschichte schenkt sie uns ein neues Buch. Der eiserne Wille, sich zu behaupten, und der Zorn darüber, dass ihre Existenz in jungen Jahren nur aus Plage und Mühsal, aus Krisen und Katastrophen zu bestehen schien, sind zuletzt dem Staunen darüber gewichen, wie sie das alles bewältigten konnte. Es ist das Buch einer Frau, die einst vor vielen Jahrzehnten als Fremde, als Außenseiterin nach Vorarlberg gekommen ist. Ihr anfänglicher Kampf um die Existenz ihrer Familie, ihr Ringen um Akzeptanz und Respekt waren hart und unerbittlich. An Stelle dieser heißen Wut und Entschlossenheit ist die Gelassenheit einer alten Frau getreten, der jeder denkbare Verlust widerfahren ist und die ebenso alles gesehen hat, was im Leben gut und schön ist. Sie, die sich alles bitter erkämpfen und erringen musste, sie, der aber auch wirklich nichts geschenkt wurde, hat am Ende gelernt, sich beschenken zu lassen. Verzeihung und Versöhnung, Anteilnahme und Zuwendung prägen heute das Denken und Handeln dieses hellen und wachen Geistes. Elisabeth Amann erkennt und anerkennt den Reichtum des Lebens, das uns so viel darzubieten vermag: überall Brücken und Stege für jeden, der sie zu betreten und überqueren bereit ist.  

Toni Distelberger, Wien