Trag das Feuer weiter

Roman von Leila Slimani und dritter Teil der Trilogie Ihrer marokkanisch-französischen Familiensaga

Das Finale beleuchtet rückblickend das Leben im Marokko der 1980er und 1990er Jahre. Die erfolgreiche französische Autorin Mia kehrt nach langer Zeit zurück in das Land ihrer Kindheit, um sich von ihrem „brain fog“ zu befreien. Auf der Plantage Ihrer verstorbenen Großeltern taucht sie ein in die Vergangenheit ihrer Familie zwischen westlichen Freiheiten und strengen Traditionen. Sie erinnert sich an ihr französischsprachiges elitäres Aufwachsen in Rabat, mit dem Arabischen und den muslimischen und marokkanischen Sitten nicht vertraut. Mia versucht ihren Vater zu verstehen, der mit all seinen Verwandten gebrochen hat, der sein geliebtes Land als einflussreicher Bankier von innen reformieren wollte und sogar von einer Tunnelverbindung nach Europa träumte. Ihre Mutter sieht als Gynäkologin im Krankenhaus machtlos die Spuren der Männer an ihren Frauen. Für ihre beiden Töchter will sie ein Leben in Freiheit, beide gehen zum Studium nach Paris, mit französischem Pass, weil ihre Großmutter Elsässerin war. Trotzdem fühlen sich die Mädchen als Araber in Frankreich minderwertig, glauben sich als quasi bessere Franzosen beweisen zu müssen.

In dieser Zerrissenheit bleibt die Frage, was, wenn man überall eine Fremde bleibt?
 

Leila Slimani

1981in Rabat geboren, kam 1999 zum Studium nach Paris und macht sich als Schriftstellerin mit Schonungslosigkeit und präziser Psychologie in ihren Romanen bald einen Namen.

Die Anlehnung an Slimanis eigene Familiengeschichte liegen bei der Trilogie „Das Land der Anderen“, „Schaut wie wir tanzen“ und „Trag das Feuer weiter“ auf der Hand.

Mit „Trag das Feuer weiter“ will sie Frauen und Männer, Migranten und Alteingesessene ermutigen, den Hoffnungsfunken weiterzutragen, auf Freiheit und ein Leben in Würde.

 

Der Buchtipp kommt von Christine Hartmann.

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