In seinem im Südwesten der USA angesiedelten Roman beschreibt der für eine Innenschau der US-amerikanischen Gesellschaft bekannte Autor die obsessive Liebe zweier junger Männer zu derselben für beide unwiderstehlichen Frau. Terry, Assistenzarzt in L. A., erbt von seiner verstorbenen Mutter deren Haus in Nevada und trifft dort in einer Bar auf Bethany, die sich hartnäckig in sein Leben und sein Haus drängt. Ex-Freund Jesse, motorradfahrender Westernheld, stört die sich in der flirrenden Hitze der Wüste entspinnende Romanze.
Boyle wechselt die Perspektive aus der er schreibt mehrmals, dadurch kann der Leser jeden Protagonisten verstehen. Die wiederkehrenden gedanklichen Diagnosen des Mediziners sind sehr witzig zu lesen. Das Lebensgefühl der jungen Erwachsenen in der an sich lebensfeindlichen Wüste zwischen klimatisierten Western-Bars, einem künstlichen See, dem zunehmend das Wasser ausgeht, und der überfordernden bzw. wenig befriedigenden Arbeit bietet wenig Perspektiven.
T. C. Boyle
1948 in Peekskill, New York, geboren, wuchs in schwierigen Verhältnissen auf, beide Eltern starben früh. Er schaffte den Highschool Abschluss nur knapp, entdeckte aber am College die Literatur und lehrte lange Zeit an der University of Southern California als ordentlicher Professor und ist Autor zahlreicher Romane.
Seine Erzählungen und Kurzgeschichten erscheinen regelmäßig in wichtigen amerikanischen Zeitungen. Nach seiner Meinung sollte der (amerikanische) Präsident Funktionär sein, der hinter den Kulissen das Leben der Menschen verbessert, anstatt wie Trump jeden Tag auf der Titelseite zu erscheinen.
Der Buchtipp kommt von Christine Hartmann.