30 Pflanzen pro Woche
von Katharina Seiser
Mit „30 Pflanzen pro Woche“ legt die österreichische Kulinarik-Journalistin Katharina Seiser ein Buch vor, das weder zum Diätmanifest noch zur Moralpredigt wird – und gerade dadurch wirkt. Seiser zeigt, wie mühelos man mehr pflanzliche Vielfalt in den Alltag bringen kann, ohne dogmatischen Zeigefinger, sondern mit Genuss, kluger Struktur und einer großen Portion Alltagstauglichkeit.
Das Konzept ist einfach: Wer 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche – also Gemüse, Obst, Kräuter, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte und Getreide – in seinen Speiseplan integriert, tut erwiesenermaßen seinem Darmmikrobiom, seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden etwas Gutes. Seiser macht daraus keine Wissenschaft, sondern ein kulinarisches Abenteuer.
Mit Rezepten, Listen, Ideen und liebevollen Anleitungen zeigt sie, wie man Vielfalt nicht als Pflicht, sondern als Einladung versteht. Das Buch ist ideal für alle, die sich bewusst ernähren möchten, ohne auf Genuss zu verzichten – und für jene, die einfach neugierig sind, wie reich, bunt und überraschend der pflanzliche Kosmos tatsächlich ist.
Katharina Seiser
Katharina Seiser ist eine Erzählerin des Geschmacks. Wer ihr Werk kennt, spürt sofort diese besondere Mischung aus neugieriger Präzision und kulinarischem Tiefgang, die sie zu einer der vertrauenswürdigsten Stimmen der österreichischen Food-Szene gemacht hat.
Sie schreibt nicht über Essen – sie schreibt aus dem Essen heraus. Aus jahrelanger Recherche, sorgfältig gepflegten Netzwerken mit Produzentinnen, Köchen und Bäuerinnen, und aus einer Haltung, die den Genuss ebenso ernst nimmt wie die Herkunft der Zutaten. Ihre Bücher – ob „Österreich vegetarisch“, „Immer schon vegan“ oder nun „30 Pflanzen pro Woche“ – sind nie bloße Rezeptsammlungen. Sie sind kleine Kulturgeschichten, verankert im Alltagsleben, aber getragen von einer klaren Vorstellung davon, was gute Ernährung bedeutet: ehrlich, saisonal, nachvollziehbar und mit Respekt vor Natur und Handwerk.
In „30 Pflanzen pro Woche“ zeigt sich diese Haltung besonders deutlich. Seiser tritt nicht als Missionarin auf, sondern als kundige Begleiterin, die die Türen zu mehr Vielfalt öffnet. Ihr Ton ist warm, bestimmt und stets von einem stillen Humor getragen, der sich in kleinen Beobachtungen versteckt: in der Freude über ein altes Apfelsortl, im Staunen über die Komplexität einer Linse oder in der Einfachheit einer Handvoll Kräuter, die aus jedem Gericht ein Ereignis machen.
So entsteht das Porträt einer Autorin, die sich selbst nie in den Vordergrund stellt, deren Stimme aber unverkennbar ist: klar, bewusst, freundlich – und immer mit einem tiefen Respekt vor dem, was auf unseren Tellern landet.