Gemeinde Göfis
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Auszug aus der Niederschrift der 10. Gemeindevertretungssitzung

03.07.2026 – Auszug aus der Niederschrift der 10. Gemeindevertretungssitzung vom 2. Juli 2026

Auszug aus der Niederschrift der 10. Gemeindevertretungssitzung vom 2. Juli 2026

BERICHTE des Bürgermeisters

Biomasse Wärmeversorgung Göfis

Eine Zusammenarbeit mit den Energie- und Wärmeservices der illwerke vkw AG ist derzeit aufgrund fehlender personeller und organisatorischer Kapazitäten nicht möglich. Seitens der illwerke vkw AG wurde jedoch in Aussicht gestellt, dass eine Kooperation in den kommenden ein bis drei Jahren erneut geprüft werden könnte. Die Initiative für eine neuerliche Kontaktaufnahme soll dabei von der Gemeinde ausgehen.
 

Mach mehr aus deinem Garten

Der eingereichte LEADER-Antrag „Mach mehr aus deinem Garten“ wurde als Kleinprojekt genehmigt. Dadurch kann für die Umsetzung eine Förderung in Höhe von 80 % der förderfähigen Kosten in Anspruch genommen werden.

 

Kraftwerk Futschölbach im Jam

Mit der notariellen Vertragsunterzeichnung am 22. April 2026 in Innsbruck konnte ein wichtiger Meilenstein für das Projekt erreicht werden. Die bisherigen Vorlaufkosten belaufen sich auf rund 63.000 Euro, hinzu kommt noch eine Stammeinlage in Höhe von 8.750 Euro.

Der derzeitige Bauzeitplan sieht für das Jahr 2026 die Planungs- und Ausschreibungsphase vor. Im Best-Case-Szenario könnte die Errichtung der Wasserfassung bereits im Herbst 2026 erfolgen. Die Bau- und Ausführungsarbeiten sind für das Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme der Anlage wird aktuell für das Jahr 2028 angestrebt.

Als Geschäftsführer der Projektgesellschaft fungieren DI Rupert Ebenbichler von der Energieagentur Tirol sowie Ing. Martin Walter, Vizebürgermeister der Gemeinde Galtür.

 

Projekt Bodenfonds Runggels

Die im Auftrag des Bodenfonds erstellte Projektstudie wurde dem Gemeindevorstand präsentiert und grundsätzlich positiv bewertet. Die weiteren Schritte werden nun in Abstimmung mit dem Bodenfonds festgelegt.

 

Gemeinnütziger Wohnbau am Pfründeweg

Die Alpenländische Gemeinnützige Wohnbau GmbH ist mittlerweile grundbücherliche Eigentümerin der Liegenschaft Gst.Nr. 473/2 am Pfründeweg. In einer Besprechung wurden bereits die nächsten Schritte für die weitere Projektentwicklung erörtert. Diese soll in enger Abstimmung mit der Projektgruppe „Leistbares Wohnen“ erfolgen.

 

Berichte aus dem Gemeindevorstand

Für den Bauhof wurden Multi-Block-Steine angeschafft, um die betrieblichen Abläufe und Lagermöglichkeiten zu verbessern. Die Sanierung des Illwegs im Bereich Schildried konnte erfolgreich umgesetzt werden. Das dafür benötigte Material stammte aus dem Geschiebebecken und konnte somit ressourcenschonend wiederverwendet werden.

Der Spielplatz der Volksschule Kirchdorf wurde um zusätzliche Spielgeräte erweitert. Eine wesentliche finanzielle Beteiligung erfolgte dabei durch den Elternverein, dem dafür ein besonderer Dank gebührt.

Für den Waldkindergarten „Naturkinder“ wurde eine einmalige Förderung beschlossen. Zudem waren beim Biomasseheizwerk verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Dazu zählen die Sanierung des wassergekühlten Einlaufschachtes sowie die Erneuerung der Steuerungstechnik.

Darüber hinaus wurde für den Bauhof ein Stromspeicher mit einer Kapazität von 24 kWh angeschafft. Die Finanzierung erfolgte teilweise über Mittel aus dem Klimacent-Fonds.

 

Berichte aus den Regionen

Region Walgau

Im Bereich Pflege und Betreuung wird derzeit an einer stärkeren regionalen Zusammenarbeit gearbeitet. Um die ambulanten Dienste langfristig zu entlasten und die Versorgung im Walgau zu sichern, ist die Schaffung einer neuen organisatorischen Struktur vorgesehen. Der Pflegeprozess soll auf den gesamten Walgau ausgeweitet und gemeinsam mit den Gemeinden sowie den Sozialausschüssen weiterentwickelt werden.

Mit dem Projekt Klimaresilienz-Check Gesundheit (KLIC) wurde zudem untersucht, wie gut das Gesundheits- und Pflegesystem auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet ist. Dabei wurden Vorschläge und Informationsangebote erarbeitet, um die Bevölkerung insbesondere während Hitzeperioden bestmöglich zu unterstützen.

Im Zuge der Sozialfonds-Strategie 2030 entsteht die neue Care-Region Walgau und Großes Walsertal. Die Regio Im Walgau übernimmt dabei die Trägerschaft für das Care Management, das künftig die regionale Versorgungssteuerung und den Netzwerkaufbau verantwortet. Als zentrale Ansprechpersonen fungieren Vera Ulrich für Pflege und Betreuung sowie Claudia Marte für Gemeinde-Vernetzung, niederschwellige Angebote und Ehrenamt.

Regio Vorderland-Feldkirch

Aufgrund personeller Herausforderungen prüft die Stadt Feldkirch derzeit die zukünftige Organisation der IT-Betreuung und Lohnverrechnung für die Region. Bis Oktober 2026 soll gemeinsam mit der Regio ein Vorschlag für die weitere Vorgehensweise erarbeitet und im Vorstand beraten werden. Für die Gemeinde Göfis ist dabei insbesondere die Lohnverrechnung von Bedeutung.

Beim Thema Parkraummanagement laufen in mehreren Gemeinden bereits intensive Diskussionen. Grundlage dafür bildet eine vorhandene Parkraumanalyse. In den kommenden Wochen werden die Gemeinden intern klären, ob sie sich an einem gemeinsamen, ergebnisoffenen Regionalprozess beteiligen möchten. Im Herbst 2026 soll über die Einleitung und Ausgestaltung eines solchen Prozesses entschieden werden.

 

BERICHTE aus den Ausschüssen

Der AusschussLand- und Forstwirtschaft besichtigte das neue Entlastungsgerinne Hochried/Haldenweg. Für die neue Forstwegeverbindung wurden die erforderlichen Rodungsarbeiten durchgeführt. Die Preise für das Holzlos bleiben auch in diesem Jahr unverändert. Ein weiteres Thema war die Problematik freilaufender Hunde im Wald. Die Bewirtschaftung der Streuewiesen im Schildried wird künftig im Rahmen von Naturausgleichsmaßnahmen von den VKW Illwerken übernommen; im Gegenzug erfolgt die Bekämpfung von Neophyten. Der freiwillige Aktionstag zur Neophytenentfernung war sehr erfolgreich und soll im Herbst wiederholt werden.

Aus dem Ausschuss Sport und Vereine wird vom erfolgreichen Obleutetreffen berichtet. Dabei stellte sich der Tischtennisclub vor, zudem gab es einen fachlichen Input zur Ausarbeitung und Umsetzung von Schutzkonzepten in Vereinen. Beim Vereinsservice sind in den kommenden Jahren Erneuerungen und Weiterentwicklungen vorgesehen.

 

BESCHLÜSSE

Grundsatzbeschluss zur Prüfung und Ausarbeitung von Varianten für ein reduziertes Angebot im öffentlichen Personennahverkehr

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Göfis nimmt die vorgelegte Variante eines reduzierten ÖPNV-Angebotes zur Kenntnis und beschließt, diese im Rahmen der weiteren Ausarbeitung eines künftigen Landbus Oberes Rheintal - Gesamtkonzeptes vertieft prüfen zu lassen.

Dies betrifft einerseits eine dichtere Takung der Linie 480 über den ganzen Tag sowie die Überprüfung eines Rundkurses Göfis-Frastanz-Göfis zu den Hauptzeiten sowie der Anbindung an den Bahnverkehr.

Aufgrund des bestehenden Spardrucks der Gemeinde Göfis, aber auch hinsichtlich der schlechten Auslastung von Teilstrecken ist die Reduktion des Angebotes im öffentlichen Verkehr eine notwendige Maßnahme.

 

Bodenaushubdeponie Sigberg – Änderungsvorhaben 2026

Die Höfle Bautruck GmbH & Co KG beabsichtigt, die für das Genehmigungsverfahren eingereichten Unterlagen aufgrund der eingegangenen Einwendungen anzupassen. Wesentliche Änderungen des Projekts „Änderungsvorhaben Bodenaushubdeponie Sigberg V3e_Sep2025“ betreffen die Reduzierung der geplanten Einlagerungsmenge von ursprünglich rund 220.000 m³ auf etwa 170.000 m³. Damit verbunden sind eine Verkleinerung der beanspruchten Flächen sowie eine Verringerung der vorgesehenen Betriebszeiten.

Die Gemeindevertretung erklärt ihre grundsätzliche Zustimmung zum Abschluss eines Zusatzes zum Vorvertrag vom 26.07.2023 zwischen der Gemeinde Göfis und der Höfle Bautruck GmbH & Co KG. Die konkrete rechtliche und inhaltliche Ausarbeitung der erforderlichen Vertragsunterlagen, insbesondere des Zusatzvertrages sowie der Vereinbarungen mit den betroffenen privaten Grundeigentümer:innen, soll durch die von der Gemeinde beauftragten Rechtsanwälte auf Basis der bereits im Vorvertrag festgelegten Rahmenbedingungen erfolgen. Eine Änderung der bislang vereinbarten Vertragsinhalte ist damit nicht verbunden.

Der Bürgermeister wird beauftragt, gemeinsam mit dem Rechtsvertreter der Gemeinde die notwendigen Vertragsunterlagen zur Unterzeichnungsreife auszuarbeiten. Vor der Unterzeichnung des Zusatzvertrages hat die Höfle Bautruck GmbH & Co KG sämtliche erforderlichen privatrechtlichen Zustimmungserklärungen der betroffenen privaten Grundeigentümer:innen nachzuweisen. Nach Klärung und Erledigung aller genannten Voraussetzungen wird der Gemeindevorstand den Zusatzvertrag abschließen und gegebenenfalls einen Mischsatz für das Einlagerungsentgelt festlegen.

 

Photovoltaikanlagen im Siedlungsgebiet

Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig die Bauleitlinien mit einem Unterpunkt „Photovoltaik-Anlagen“ zu ergänzen:

  • Photovoltaikanlagen sollen im Siedlungsgebiet vorrangig auf oder an geeigneten Gebäudeflächen errichtet werden.
  • Anlagen auf Satteldächern sollen grundsätzlich nicht aufgeständert werden.
  • Freistehende PV-Anlagen werden im Einzelfall beurteilt. Gute Lösungen unterstützen beispielsweise Biodiversität, Artenvielfalt oder ermöglichen eine Doppelnutzung. Sie fügen sich besonders gut ins Landschaftsbild ein und befinden sich nicht im sensiblen Ortsgebiet. Positiv beurteilt werden Vorhaben, die bereits versiegelte Flächen nutzen, Biodiversität und Artenvielfalt unterstützen und sich möglichst gut in das Orts- und Landschaftsbild einfügen. In sensiblen Bereichen ist eine besonders zurückhaltende Gestaltung erforderlich.

 

Umgang mit Luftwärmepumpen auf Hausdächern bei Bestandsobjekten

Die Gemeindevertretung beschließt mehrheitlich, folgende Punkte in einem Unterpunkt „Luftwärmepumpen bei Bestandsgebäuden“ in den Bauleitlinien zu ergänzen:

Bei Bestandsgebäuden ist eine differenzierte Prüfung möglich.

Mögliche Ausnahmekriterien:

  • Keine geeignete Situierung am Grundstück möglich
  • Innenaufstellung technisch oder baulich nicht umsetzbar
  • Alternative Lösungen wirtschaftlich unverhältnismäßig
  • Wesentlicher Beitrag zur Reduktion fossiler Energieträger

Grundsatz: Auch bei Ausnahmen ist größtmögliche Rücksicht auf das Ortsbild zu nehmen. Technische Anlagen sind möglichst unauffällig zu integrieren oder abzuschirmen.

 

Anpassung der Bauleitlinien

Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, die vorliegenden Anpassungen der Bauleitlinien an den verordneten Bebauungsplan, ergänzt um die Punkte „Photovoltaik-Anlagen“ und „Luftwärmepumpen bei Bestandsgebäuden“. Im Vorfeld soll jedoch noch eine rechtliche Überprüfung der Zulässigkeit durch die Raumplanungsstelle des Landes erfolgen.

 

Anpassung der Umweltförderungen ab dem Jahr 2027

Die bisherige Förderungen „Photovoltaik-Anlagen“,Thermische Solaranlagen“, „Klimaticket-Förderung für Studenten“ werden gestrichen.

Ab dem Jahr 2027 werden gefördert:

  • Gefördert wird der Kauf von Batteriespeichern für bereits bestehende PV-Anlagen (Nachrüstung). Voraussetzung ist die fachgerechte Inbetriebnahme durch ein konzessioniertes Unternehmen sowie die Einhaltung der technischen Anforderungen (ansteuerbar, netzdienlich). Diese Förderung gilt nicht für: Balkonkraftwerke bzw. Plug-in (steckerfertige) Batteriespeicher, Batteriespeicher, die bereits 2026 oder früher installiert wurden, Erweiterungen bestehender Batteriespeicher und gewerbliche Anlagen.
  • Die Errichtung von Regenwasser-Rückhaltspeicher mit 50 % der Kosten, max. € 500.
  • Die Anschaffung von Fahrrad-Anhänger mit € 50, von Lastenfahrräder mit € 350, bei einem Kauf in einem regionalen Geschäft.
  • Pflanzung von heimischen Hochstammbäumen mit € 200 je Baum, beschränkt auf 2 Bäume je Haushalt.
  • Potentialberatung Altbau durch das Energieinstitut mit € 600, der Selbstbehalt beträgt € 800 und der Beiträge des Energieinstituts € 800.
  • Energiesprechstunde: Kosten von max. einer Stunde.
  • Förderung für nachhaltige Mobilität zu Göfner Veranstaltungen für Vereine: Kosten für Zusatzverkehr: 50 %, max. € 3.000, Bewerbung mit Busscreens: 50 %, max. € 200.

 

Projektierung des Hochwasserschutzprojektes Hochried

Die Gemeindevertretung begrüßt grundsätzliche die Durchführung eines Hochwasserschutzprojektes Hochried und beauftragt das Bauamt Vorderland mit der Ausschreibung der Projektierung.

 

Ausnahme vom Bebauungsplan

Die Gemeindevertretung genehmigt für die Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück Gst.Nr. 3411/1 eine Ausnahme von der Verordnung Bebauungsplan für die Überschreibung der Baunutzungszahl unter dem Vorbehalt, dass im Zuge der Anhörung keine Stellungnahmen eingebracht werden. Das Projekt erlangt für die Ausnahme die notwendigen Bonuspunkte.

 

Anfrage der Initiative SOS Walgau über eine mögliche Durchführung einer Volksbefragung zur geplanten Müllverbrennungsanlage der Ganahl AG (Rondo)

Die Gemeindevertretung lehnt den Antrag einstimmig ab, da die Gemeinde im bisherigen Verfahren bereits sämtliche zur Verfügung stehenden rechtlichen und verfahrensrechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat. So wurde von der Gemeindevertretung bereits eine einstimmig ablehnende Stellungnahme zum Vorhaben abgegeben. Darüber hinaus hat die Gemeinde im UVP-Verfahren formelle Einwendungen erhoben und dabei ihre Parteistellung gemäß § 19 UVP-G wahrgenommen. Zur Wahrung ihrer Interessen wurde zudem die Kanzlei Blum, Hagen & Partner mit der rechtlichen Vertretung beauftragt. Die eingebrachten Einwendungen betreffen insbesondere die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, den Schutz des Trinkwassers im Bereich Schildried, mögliche Belastungen durch Lärm und Geruch, die verkehrlichen Auswirkungen des Projekts, die Einhaltung des BAT-Standards (Best Available Techniques) sowie die aus Sicht der Gemeinde bestehende Überdimensionierung des Vorhabens. Daher wird kein weiterer Handlungsbedarf gesehen.

 

Rahmenvereinbarung über die Nutzung des Sporthauses Hofen

Die Gemeindevertretung hat einstimmig eine detaillierte Rahmenvereinbarung über die Nutzung des Sporthauses Hofen beschlossen.

 

Die Einsicht in die komplette Niederschrift kann im Gemeindeamt und un­ter www.goefis.at erfolgen.