



Ein Gartenbeet für die Naturkinder Waldlicht wäre schön, doch woher ein sonniges Plätzchen nehmen? Da stand auf einmal Gretas Oma Marlies bei uns am Forsthaus und ihr Anliegen war: ein Angebot für ein Gartenbeet für uns beim Göfner Gemeinschaftsgarten, welcher Teil des Gemeindeprojektes „Schauplatz Obst und Garten“ ist. Der Weg dorthin ist für unsere Waldkinder zu bewältigen. Wir stimmten dankend zu. Somit war die einzige Frage noch, welche sich uns stellte: Was pflanzen wir an?
Wir starteten also im zweiten Jahr seit unserem Bestehen dank Oma Marlies voller Freude in unser erstes Gartenjahr! Gemeinsam zogen wir nun seit dem Frühjahr regelmäßig statt in den Wald zuerst in Richtung Dorf. Es gab zu säen, pflanzen, hacken, tränken, schwitzen, … und sich auf die erste Ernte zu freuen. Und siehe da, die ersten Erdbeeren ließen auch nicht lange auf sich warten. Mmmmh!
Auf dem Weg von und zu unserem Garten erfuhren unsere Kinder ganz nebenbei das richtige Verhalten als Fußgänger beim Straßenverkehr. Wenn es viel zu Jäten gab, denn das gehört zur Gartenpflege natürlich auch dazu, dann spielten die Kinder eben auch Jäten, genossen ihre Jause, schaufelten an den abgeernteten Stellen im Beet und „spielten Garten“, oder ernteten die wildwachsenden Brombeeren von nebenan.
Vieles wuchs, Einiges wie der Rucola ganz von selbst aus den Samen der vorherigen Gärtner (Danke!), Weniges verdorrte oder ging als Samen nicht recht auf, und dank der Hitze blieben die Schnecken so gut wie fern. Bald gab es immer wieder kleine Erntegaben wie Erdbeeren, Zuckerschoten, Gurken, essbare Blüten und Kohlrabi. Die Kräuter sammelten wir zum Trocknen und immer wieder legten wir Samen fürs nächste Jahr zur Seite. Ganz nebenbei erfreuten uns Mohn, Malven, wilde Heckenrosen und unsere Sonnenblumen mit ihren Blüten.
Jetzt erwarten wir mit Freude unsere Kartoffelernte im Herbst. Wenn dann der Sellerie auch erntereif ist, haben wir für unsere Gemüsesuppe im Winter schon einiges an Gemüse auf Vorrat. Die sonnengereiften Sonnenblumenkerne bekommen die Waldvöglein an ihren Winterfutterstellen.
Ganz im Sinne der Waldorfpädagogik erlebten die Kinder das Gartenjahr mit allen Sinnen mit und lernten, dass sich Ausdauer lohnt.
In der Herbst- und Winterzeit nun werden wir unsere Lagerernte genießen. Die ersten Ideen fürs nächste Frühjahr im Gartenbeet reifen schon jetzt mit leiser Vorfreude heran.
Corina Roth, Naturkinder Waldlicht