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Wappen der Gemeinde Göfis

Zeitgeschichte lebendig erzählt

17.07.2026 – Die Alpe Jam und die Verbindung zwischen Galtür und Göfis

Zeitgeschichte lebendig erzählt

Die Alpe Jam und die Verbindung zwischen Galtür und Göfis

Helmut Pöll vom Alpinarium begrüßte die zahlreichen Gäste und Hausherrn und Geschäftsführer des Alpinariums, Bürgermeister Hermann Huber, den Bürgermeister von Göfis, Thomas Lampert, und die Galtürer Weisenbläser.

Im Alpinarium Galtür wurde am 17. Juli die fast 400-jährige Geschichte der Alpe Jam (Schnapfenalpe) und ihrer besonderen Verbindung zur Gemeinde Göfis lebendig. Mit historischen Filmen, Fotos und persönlichen Erinnerungen zeichneten Dr. Ruth Jochum Gasser, der langjährige Alpmeister Hans Schöch und Gemeindearchivar Richard Sonderegger die Entwicklung dieser grenzüberschreitenden Beziehung nach.

Bürgermeister Hermann Huber betonte die bis heute enge Verbundenheit zwischen Galtür und Göfis. Die Tradition wird noch immer gepflegt: Beim Alpabtrieb treiben die Göfner ihr Vieh über das Zeinisjoch bis nach Partenen, wo die Tiere verladen werden. Aus dieser gemeinsamen Alpwirtschaft entstand über die Jahrhunderte eine besondere Freundschaft zwischen den Regionen.

Die Geschichte der Alpe Jam reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Nach mehreren Besitzwechseln gelangte die Alp durch Erbschaft nach Göfis. Generationen von Göfner Bauern trieben ihr Vieh jeden Sommer über Montafon und Zeinisjoch ins Jamtal. Ab 1934 kamen die Hirten überwiegend aus Fließ in Tirol. Ehemalige Hirten erinnerten sich an die herzlichen Empfänge beim Alpabtrieb und an die Unterstützung der Galtürer „Schneehirten“, die bei schlechtem Wetter oder frühen Wintereinbrüchen Hilfe leisteten.

Auch einschneidende Ereignisse wurden thematisiert: So zerstörte der Lawinenwinter 1999 die Obere Alphütte, die bis 2001 neu aufgebaut wurde. Heute führt der Allgäuer Franz Bader die Tradition als Hirt weiter.

Die präsentierten historischen Aufnahmen von Alpabtrieben, Hütteneinweihungen und dem Alltag auf der Alp berührten viele Besucher. Der Abend machte deutlich, dass die Geschichte der Alpe Jam weit mehr als ein Kapitel regionaler Landwirtschaft ist: Sie steht für gelebte Nachbarschaft, gegenseitige Unterstützung und eine bis heute lebendige Verbundenheit zwischen Tirol und Vorarlberg.